Veranstaltung / 09.10.2013

Vortrag: Welthungerhilfe

 
Vortrag: Welthungerhilfe

Michael Kühn, seit 2010 Mitarbeiter in der Politikabteilung der Welthungerhilfe, vorher 15 Jahre in Zentralamerika und der Karibik (11 Jahre davon in Haiti), 4 Jahre Campaigner bei Greenpeace Deutschland (Atom, Energie, Abrüstung), 2 Jahre Vereinte Nationen in El Salvador (Wahlbeobachtung und Friedensmission), davor Studium der Politik und Geschichte sowie drei Jahre Mitarbeit in der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt.

"Noch bevor uns das Öl ausgeht, geht uns der Planet aus“

Die menschlichen Eingriffe in das Ökosystem Erde haben unseren Planeten in kurzer Zeit inzwischen derart verändert, dass einige Wissenschaftler bereits von einer neuen Periode der Erdgeschichte, dem Anthropozän sprechen. Deutlichster Ausdruck für die dramatischen Veränderungen sind die Auswirkungen des Klimawandels, die Erschöpfung natürlicher Ressourcen und der Artenschwund. Heute stehen wir vor dem Ende der Ära des billigen Öls, vor der Aussicht auf kontinuierlich steigende Rohstoffpreise und einer Verschlechterung der Qualität von Luft, Wasser und Böden. Wir beobachten steigende Nahrungsmittelpreise, Nutzungskonflikte um Land, Ressourcen und Wasser sowie Wald- und Fischereirechte, und wir stehen vor der Herausforderung, das Weltklima zu stabilisieren. Wir stehen aber auch vor der Aufgabe, unsere Art zu wirtschaften kritisch zu hinterfragen. Hinter uns liegt gerade eine schwere Weltwirtschaftskrise, deren Ursachen wir bisher nicht wirklich überwunden haben. Staaten retten mit Steuermitteln Banken, und nur die oberen Einkommensgruppen haben sich wirklich erholt oder sogar an der Krise verdient. Dass die Finanzmarktkrise in den USA globale Auswirkungen erreichte liegt an den globalen Verflechtungen, die letztlich zu Abhängigkeiten des Kleinbauern aus Burkina Faso von den Gemüsepreisen auf den Pariser Großmärkten führen. Und ob Landwirtschaft oder Fahrzeugbau, keine Produktion ohne Energie. Mittlerweile stehen Rohstoffe aus der Landwirtschaft im Bezug auf Preis und Anbauflächen in Konkurrenz zur Nahrungserzeugung. Dabei können Agrartreibstoffe Dieselöl weder mengenmäßig ersetzen noch sind sie umweltverträglich. Den Schaden haben die Armen im Süden. Sie konkurrieren mit europäischen oder amerikanischen Autos um den Zugriff auf potentielle Lebensmittel - und da entscheidet die Kaufkraft zugunsten der Automobile. Wie diese Auswirkungen konkret aussehen und die Lebensrealitäten der Menschen im Süden beeinflussen kann man am Beispiel Haitis besonders gut erkennen.

Der Vortrag findet am 09.10.13 ab 19.00 Uhr im Café der ecosign statt.

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