Pressespiegel / 24.07.2018

Hermann Josef Hack

 
Hermann Josef Hack

Kulturwerkzeuge im Praxistest auf der Shoppingmeile: Hermann Josef Hack zeigt mit Studierenden der ecosign/ Akademie für Gestaltung Kunst für die notwendige Transformation der Gesellschaft.

Köln. Vor dem Kölner Bierbrunnen zwischen Schildergasse und Hohe Straße locken zwei junge Frauen mit selbstgemachtem Eis aus Früchten die Passanten an. Eine ideale und gern gesehene Abkühlung an diesem heißen Sommermittag. Auf die Frage, was kostet eine Portion, erfahren die Interessenten, dass sie die schmackhaften Sorten Banane und rote Früchte gratis erhalten, wenn sie sich zuvor ein kurzes Video anschauen, das sie über die Herkunft der Zutaten informiert. Das Video zeigt die Studierenden der ecosign Akademie für Gestaltung beim Sammeln von Lebensmitteln, welche vor Supermärkten oder Marktständen als Abfall entsorgt werden, weil sie für den nächsten Tag nicht mehr aufbewahrt werden können, obwohl sie noch völlig gut erhalten und unverdorben sind. So geht es vielen Lebensmitteln, weil Vernichten billiger ist als sie einem ethisch sinnvollen Zweck zuzuführen. In Frankreich und anderen Ländern sind die Händler verpflichtet, Lebensmittel, die nicht mehr benötigt werden, aber noch zum Verzehr geeignet sind, zu verschenken. In Deutschland ist das "Mülltauchen" strafbar.

Wenige Meter weiter auf der Schildergasse, Kölns größter Shoppingmeile, bewegt sich ein Trupp mit Atemschutzmasken, auf denen "NOx" aufgedruckt wurde, das Zeichen für den giftigen Feinstaub. Diese Masken verteilen die Teilnehmer/innen des "Kunsttheorie I"-Kurses an Fahrradfahrer/innen und machen auf ihre Instagram-Platform aufmerksam, wo sie sich für ein konsequentes Vorgehen gegen Feinstaub einsetzen, der Fußgänger und Radfahrer immer mehr gefährdet.

Die dritte Gruppe des Dozenten Hermann Josef Hack, der seine Studierenden im Praxistest auf die Passanten der Konsumzonen loslässt, verteilt Flyer als Werbung für ein T-Shirt zum Preis von nur 1,83 Euro. Erst auf der Rückseite erfährt man, dass dieser Betrag dem Tageslohn einer Näherin in Bangladesch entspricht, und wie man sich für eine gerechte Entlohnung einsetzen kann.

"Kunst, die wir brauchen, um unsere Gesellschaft weiter zu entwickeln und unser Bewusstsein zu erweitern, versteht sich als Kulturwerkzeuge. Diese Werkzeuge wollen in der Praxis erprobt werden," so der Künstler Hermann Josef Hack, "dass es funktioniert und Kunst Menschen zusammenbringt, um sie vom passiven Betrachter zum aktiven Gestalter der Gesellschaft zu machen, haben die heutigen Aktionen gezeigt."

Weitere Aktionen seiner Studierenden begleitet Hack am kommenden Donnerstag, 26. Juli, in der Zeit von 11 bis 14 Uhr auf der Schildergasse. Treffpunkt ist 11 Uhr am Bierbrunnen. Zu diesen Interventionen sind Sie herzlich eingeladen.

Foto und Pressemitteilung: Hermann Josef Hack

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