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Blog / 07.04.2026

Mut zur Weiterbildung: Wenn eine Designdozentin merkt, dass ihr Wissen nicht mehr reicht

Mut zur Weiterbildung: Wenn eine Designdozentin merkt, dass ihr Wissen nicht mehr reicht

Karina Michaelis lehrt seit Jahren, wie man gestaltet. Modellbau, Möbelkonstruktion, werkstattliche Arbeit – das ist ihr Terrain. Und trotzdem stand sie irgendwann vor einer Frage, die sich viele in der Designbranche insgeheim stellen, aber selten laut aussprechen: Reicht das, was ich weiß, eigentlich noch?

„Ich fragte mich, ob mein derzeitiges Wissen auf dem Gebiet des nachhaltigen Designs ausreicht“, sagt sie. Eine ehrliche Aussage – besonders von jemandem, der selbst an der DIPLOMA Hochschule, der HAWK Hildesheim und der Universität Vechta unterrichtet. Jemand, der täglich Studierende begleitet, Entscheidungen kommentiert, Maßstäbe setzt. Wer in dieser Rolle steckt, weiß: Was man lehrt, wirkt lange nach.

Das stille Problem in der Designlehre

In jedem Designstudium gehören sie dazu: Hartschaum, Finnpappe, 3D-Druck, Tiefziehen, Plastilin. Materialien, die funktionieren – schnell, verlässlich, präzise. Sie ermöglichen es, Ideen greifbar zu machen, Proportionen zu testen, Entwürfe zu kommunizieren.

Aber was passiert nach der Präsentation? Meistens landen Modelle direkt im Müll. Materialreste werden weggeworfen, obwohl noch etwas in ihnen steckt. Niemand fragt, ob der 3D-Druck wirklich nötig war – oder ob ein Stück Restpappe denselben Zweck erfüllt hätte.

Routinen, die sich über Jahrzehnte eingespielt haben – durch Zeitdruck, Perfektionsansprüche und eine Präsentationskultur, die „gut“ mit „neu, glatt und aufwendig“ gleichsetzt. Wenn das die unausgesprochene Norm ist, bleibt Nachhaltigkeit zwangsläufig eine Randnotiz – egal wie viele Buzzwords im Lehrplan stehen.

Karina bringt es auf den Punkt: „Modellbau ist eine Visualisierung der Idee, aber muss er dabei immer High-End, ohne Ecken und Kanten sein? Ich glaube nicht.“

Karina Michaelis
Karina Michaelis

Kleine Routinen, große Wirkung

Was Karina beschreibt, sind Verschiebungen im Alltag, die im Kleinen beginnen – und sich summieren! Eine Restkiste für Arbeitsmodelle, damit Materialreste nicht reflexartig im Müll landen. Die Frage vor jedem Prozessschritt: Braucht es hier wirklich den 3D-Druck, das Tiefziehen, die neue Platte – oder gibt es eine funktionierende Alternative? Ein bewussterer Blick auf Konstruktionsentscheidungen: Lässt sich das Modell später trennen, wiederverwenden, weiterdenken?

„Das Handwerk darf nicht unterschätzt werden, ebenso wenig wie das Upcyclen von Materialien“, sagt sie. Ein pragmatisches Plädoyer für die Erweiterung des gestalterischen Werkzeugkastens. Wer mit Resten arbeiten kann, wer Wertschöpfungsketten lesen kann, wer Materialentscheidungen nach echtem Bedarf trifft – der gestaltet zukunftsfähiger.

Nachhaltigkeit bereichert den Designprozess, wenn man sie:

a) als Haltung versteht

b) als Checkliste abhakt.

Weiterbildungskurs an der ecosign
Karina Michaelis bei der Arbeit

Warum Karina trotz Expertise noch mal gelernt hat

Karina hatte sich eigenständig eingelesen. Das Thema war ihr vertraut, sie hatte es in ihrer Lehre bereits vertieft. Und dennoch entschied sie sich für eine Weiterbildung an der ecosign – weil sie spürte, dass zwischen „informiert sein“ und „es wirklich vermitteln können“ ein entscheidender Unterschied besteht.

Wer Studierende heute ausbildet, bereitet sie auf eine Zukunft vor, in der Material-, Energie- und Emissionsbudgets real begrenzt sind. In der Designentscheidungen Teil von Stoffströmen, Lieferketten und Kreisläufen sind. Dafür braucht es mehr als Faktenwissen – es braucht, wie Karina es nennt, eine „eigene innere Haltung“ und die Methoden, sie in den Lehralltag zu übersetzen.

Beides hat sie in ihrer Weiterbildung an der ecosign entwickelt, als gelebte Praxis, die sich direkt in ihrer Arbeit mit Studierenden niederschlägt. „Nachhaltigkeit in der Designlehre zu vermitteln ist nicht einfach. Es braucht eine eigene innere Haltung.“

Dein nächster Schritt

Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch: dass das eigene Wissen zu Nachhaltigkeit irgendwie nicht ganz Schritt hält mit dem, was du eigentlich vermitteln möchtest. Dass du das Thema zwar im Blick hast, aber noch nicht weißt, wie es wirklich in deine Praxis einfließen kann.

Die ecosign bietet Weiterbildungen, die genau dort ansetzen – praxisnah und mit echtem Mehrwert für deine Designpraxis. Ein konkreter Einstieg: der Sustainability Deep Dive zu Stoff- und Leistungsströmen der KI. Denn was für physische Modelle gilt, gilt genauso für digitale Tools: Auch KI-Anwendungen haben einen materiellen und energetischen Fußabdruck, der selten mitgedacht wird. Höchste Zeit, das zu ändern.

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