Die Quadratur des Kreises
Interdisziplinäres Design
Gestalterin: Paulina Kiefer
Entstanden: Sommersemester 2025
Messe zirkulär gedacht – Gestaltung von zwei- und dreidimensionalen Touchpoints zu den Materialien des Messestand-Systems woodï by meplan
Der Messestandort Deutschland ist bislang durch ein überwiegend lineares Geschäftsmodell mit hohem Materialverbrauch geprägt, was erhebliche Herausforderungen hinsichtlich Ressourcenverbrauch, Abfallaufkommen und Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit sich bringt. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen der Kundschaft an Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeitsfragen, während sich Unternehmen innerhalb eines zunehmend komplexen regulatorischen Rahmen zurechtfinden müssen. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit anhand des modularen Messestandsystems „woodï“ der meplan GmbH, wie ökologische Nachhaltigkeit im Messebau effektiv umgesetzt und verständlich kommuniziert werden kann.
Die Arbeit zeigt, wie diese Herausforderung durch systematische Bewertung und transparente Kommunikation der eingesetzten Materialien adressiert werden kann. Dazu wurden zwei wesentliche Touchpoints gestaltet: Eine interaktive Infografik, die komplexe Materialkreisläufe transparent darstellt sowie die praxisorientierte Weiterentwicklung eines kreislauffähigen Messehockers. Methodisch werden regulatorische Anforderungen (u. a. CSRD/ESPR) und Instrumente wie LCA/EPD herangezogen; die bekannten Vergleichbarkeitsprobleme von EPDs werden durch ein konsistentes Schema zur Datenklassifizierung, die Vereinheitlichung funktionaler Einheiten sowie transparente Dokumentation von Systemgrenzen und Datenqualität adressiert. Damit werden die inhaltlichen Grundlagen der SetCards und die materialbezogenen Entwurfsentscheidungen systematisch abgesichert. Es konnte gezeigt werden, dass die enge Verknüpfung von Kommunikationsdesign und kreislauforientierter Produktgestaltung entscheidend dazu beiträgt, Akzeptanz und Glaubwürdigkeit nachhaltiger Lösungen bei den Zielgruppen zu erhöhen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass transparente Kommunikation der Materialkreisläufe und verständliche Aufbereitung der Materialkriterien maßgeblich sind, um zirkuläre Praktiken glaubwürdig nach außen zutragen.